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Integrierte Gesundheitsversorgung als ordentliches Grundversicherungsmodell |
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Geschrieben von Ruth Humbel
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Dienstag, . Dezember 2009 |
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Ein Paradigmenwechsel Die Bilanz des bisherigen gut 5-jährigen Wirkens von Bundesrat Pascal Couchepin als Gesundheitsminister ist ernüchternd: Die Kosten im Gesundheitswesen laufen ungebremst davon und die KVG-Revision kommt nicht voran. Doch allein Bundesrat Couchepin für die Kostenentwicklung und das Scheitern des KVG-Reformprozesses verantwortlich zu machen wäre zu billig. Es sind alle Akteure im Gesundheitswesen, Leistungserbringer, Kantone, Versicherer und Politiker welche in der Verantwortung stehen.
Die von Bundesrat Couchepin verfügte Senkung der Reserven kann die Krankenversicherer in heikle finanzielle Situationen bringen und führt letztlich zu verzögerten Prämienschüben gegenüber den Versicherten. Kostendämpfende Massnahmen hat der Gesundheitsminister einzig bei den Medikamentenpreisen erreicht. Ob die jüngste Senkung der Laborpreise bei den Grundversorgern Einsparungen bringen wird oder ob durch falsche Anreize Mehrkosten produziert werden ist ungewiss. Was unternehmen die Kantone gegen die ungebremste Kostenentwicklung, namentlich im Spitalbereich, ihrer eigentlichen Domäne? Bei den Spitalleistungen ist nämlich das mit Abstand grösste Kostenwachstum zu verzeichnen. Tatsache ist auch, dass die Gesundheitskosten und Prämien in jenen Kantonen am höchsten sind, wo die Leistungserbringerdichte gross und die Preise hoch sind. Die Zulassung von Leistungserbringern wie auch die Preisgestaltung liegt gemäss KVG in der Kompetenz der Kantone.
Die FMH profiliert sich mit gewerkschaftlichen Forderungen und Referendumsdrohungen gegen Reformvorschläge, während Krankenversicherer durch Billigkassenstrategien auffallen. Die zuständigen Fachkommissionen von National- und Ständerat scheinen sich primär mit der Weiterführung einer modifizierten Form des Zulassungsstopps beschäftigen zu wollen, anstatt sich auf die Erarbeitung einer definitiven Lösung zu konzentrieren. Ich bin klar der Meinung, dass zuerst entschieden werden muss, wie eine künftige Ausgestaltung der Grundversicherung aussehen soll, bevor eine neue Übergangslösung beschlossen wird. Ich bedaure, dass die Möglichkeit eines dualen Versicherungsmodells mit der Wahlfreiheit zwischen einer freiheitlichen und einer staatlich regulierten Versicherungslösung im Ständerat gescheitert ist. Eine solche Lösung würde unserer Realität und den bisherigen Volksentscheiden (Ablehnung der beiden Vorlagen Einheitskasse und Gesundheitsverfassungsartikel) am Ehesten gerecht. Wie soll die Grundversicherung ausgestaltet werden, bzw. welche Lösung kann mehrheitsfähig werden? Meines Erachtens müssen die drei KVG-Teilrevisionen Vertragsfreiheit, Kostenbeteiligung und Managed Care zusammen behandelt werden, da zwischen den drei Vorlagen ein enger innerer Zusammenhang besteht. Die Managed Care-Vorlage hat Priorität und die beiden andern Teilrevisionen sind in Managed Care zu integrieren. Im weitern ist auf der Grundlage der vorliegenden Teilrevisionen ein Paradigmenwechsel hin zu einer integrierten Gesundheitsversorgung als ordentliches Grundversicherungsmodell zu prüfen. Integrierte Versorgungsmodelle können unterschiedlich ausgestaltet sein (zum Bsp. als Hausarztsysteme, HMO, nach Regionen, etc.). Die Bedingungen, Voraussetzungen und das Entschädigungsmodell sind zwischen Leistungserbringern und Versicherern vertraglich zu regeln. Die gesetzlichen Anforderungen an integrierte Versorgungsmodelle sind Qualitätssicherung und Budgetmitverantwortung. Die Wahlfreiheit der Versicherten bleibt bestehen: Jede versicherte Person kann sich nach eigener Wahl für ein integriertes Versorgungsmodell entscheiden. Anreize könnten richtig gesetzt werden, indem Selbstbehalte und Franchisen im Gesetz als Maximalbelastungen definiert werden, in integrierten Versorgungsmodellen jedoch reduziert oder abgeschafft werden können. Bei einem solchen Modell braucht es keinen Zulassungsstopp mehr. Dieser ist so schnell wie möglich aufzuheben. Zum einen behindert er den Zugang von jungen Ärzten und zum andern fördert da er geradezu ein Korruptionssystem: Zulassungsnummern werden teilweise zu enormen Preisen gehandelt. Eine solche Entwicklung muss gestoppt und darf nicht weiter toleriert werden. |
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, . Dezember 2009 )
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